Ein Abzeichen wählten die Edlen sich gern
schon früh, in der Urväter Tagen,
das sollte in Kampfes- und friedlicher Zeit
verstärkt ihren Ruhm in die Welt hinaustragen.Des Adlers Bild
wählte der eine für sich,
der andere den mächtigen Bären,
und wieder ein anderer setzt auf den Schild
das Kreuz, um damit Gottes Ruhm zu vermehren.
Dies Wappen übertrugen die mächtigen Herren
auch Ländern und Städten, die ihnen zu eigen,
um allen damit, ob sie Freund oder Feind,
gebührend und stolz ihre Macht anzuzeigen.
Doch konnte dies später Belohnung auch sein
für erwiesene Hilfe und Treue
und so übt man denn auch in unserer Zeit
den alten Brauch ehren und sinnvoll aufs neue.
So wurde nun auch unserm Heimatort Furth
für sein Streben und ehrliches Mühen
von der Landesregierung in Wien, uns zur Ehr,
ein kunstvoll gestaltetes Wappen verliehen.
Doch nicht Macht und Besitz zeigt Furths Wappenschild an,
nein, seine Symbole, die künden
die Schönheit der Landschaft, die Heimat uns ist,
und unsere Sehnsucht Erfüllung läßt finden.
Sie knüpfen ein Band aus vergangener Zeit
herauf zu der Gegenwart Tagen,
in denen Stift Göttweig als geistiger Hort
noch immer, wie früher, uns viel hat zu sagen.
Die Schriften des Stiftes, die hielten schon fest
vor 900 Jahren Furths Namen;
die ,,villa ad vurta" ward drin Altmanns Stift
zu eigen genannt. Und die Mönche, die kamen,
sie sollten den Menschen hier Lehrmeister sein,
das Gotteswort ihnen verkünden.
Das Stift sollte Glaubens- und Gebetsstätte sein,
die Menschen stets Hilfe in Not lassen finden.
Die Mönche erfüllten getreu ihre Pflicht,
ihr Einfluß ward sichtbar alsbald allerwegen.
Jahrhundertelang, bis in unsere Zeit,
gereicht ihre Arbeit der Heimat zum Segen. |
So zeigt denn Furths Wappen Stift Göttweigs Symbol,
das goldene Tatzenkreuz auf rotem Grunde,
zu Füßen drei Berggipfel, sanft nur gewellt
sie kränzen mit ihrem Grün Furth in der Runde.Von Fucha- und
Waxenberg treulich bewacht,
der heilige Chotwich inmitten,
von dem aus die Mönche seit 900 Jahren
mit Waffen des Glaubens so tapfer gestritten.
Den Wappenschild teilet ein silbernes Band,
in dem wir die Fladnitz erkennen,
wie sie durch das Grün unsrer Fluren sich schlingt,
die liebevoll wir unser Heimattal nennen.
Dort, wo in der Ebene flacher ihr Bett,
ihr Wasser war leicht zu durchqueren,
da konnte in uralten Zeiten man schon
durch die Furt in der Fladnitz Gerinne verkehren.
Und sie gab sehr bald den paar Häusern, dem Dorf,
das allmählich entstand hier, den Namen.
Wer zählet die Menschen, die mit Wagen und Roß
jahrhundertelang so zur Fladnitz herkamen ?
Legionen der Römer sind durch diese Furt
nach dem Norden zur Donau gezogen.
Germanische Haufen dem Süden zustrebten,
nachdem sie bezwungen des Donaustroms Wogen.
Und später der Handelsleut friedlicher Troß;
doch auch Kriegsheere stampften durchs Tal immer wieder,
und mancher, dem unsere Heimat gefiel,
ließ sich in dem Dorf an der Furt häuslich nieder.
Im Laufe der Zeit wurden Brücken gebaut,
und Handel und Handwerk gediehen.
So wurde vor mehr schon als 400 Jahren
dem blühenden Dorf das Marktrecht verliehen.
Das Wappen, das unser Markt heute erhielt,
das soll uns ins Herz hineinschreiben,
daß wir unserm Furth an des Göttweigers Saum
in Liebe und Treue verbunden stets bleiben.
Franziska Ihme
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